Surfen ist so in wie noch nie. Und daher wird es in der Hauptsaison an den beliebten Surfspots der Insel, so sie auch von Anfängern und gerade Intermediates gesurft werden können, übervoll. An manchen Tagen, wenn Surfschulen mit einer Karawane an Vans über Spots wie Piedra Playa oder Playa del Moro herfallen, fragt man sich, wie eine vernünftige Schule noch seine Surfschüler in das überfüllte Chaos ins Wasser schicken kann. Trubel vor und hinter dem Lineup, wenige im Lineup, jeder paddelt los wie im der Kopf steht, Vorrangregeln unbekannt, Bretter fliegen durch die Gegend, ein Durcheinander das unvorstellbar ist. Doch zwei Sachen sind sicher an diesen Tagen: Kein einziger Schüler wird irgendetwas lernen, jeder einzelne Schüler, der in dieses Chaos geschickt wirde, bringt sattes Geld. Wer von keinem fliegenden Board ein Cut geschlagen oder einen Arm gebrochen bekommen hat, kann solche Tage als vollen Erfolg für sich verbuchen. Surfen ist Lifestyle, das ist eine Cash Maschine ohne Anstand. So ist es nun und daher sollte man in der Hauptsaison als ernsthafter Surfer Core-Spots meiden und nur zu selektiven Zeiten aufsuchen.
Es gibt genug andere Spots wo die Welt noch in Ordnung ist. Daher wird bei allen Spots darauf hingewiesen, ob sie von Surfschulen heimgesucht werden oder nicht. Wenn ja, sollten sie nur ausserhalb der Surfschulzeiten gesurft werden. Die unterrichten allesamt getaktet wie Industriebetriebe: Heisst vormittags Abfahrt 10:00 Uhr, im Wasser um 10:30, 2 h Schulungszeit, zurück, macht 3 h in Summe. Um 14:00 Uhr dasselbe Spiel. Ausserhalb dieser Zeiten kehren auch angesagte Spots zu ihrem normalen Leben zurück und sind dann nach Stau in der Welle plötzlich einsam und leer. Piedra Playa und Playa del Moro die besten Beispiele dafür.
Am Westkap der Insel Isla de Lobos bei "Los Toscones", bricht auf einem Riff eine der besten Wellen für Surfer, die in Europa zu finden ist. Das Riff ist ein Lavaausläufer des gegenüber des Breaks liegenden Vulkans Montaña de la Caldera (123 m), der leicht in kurzer Zeit über einen Pfad bestiegen werden kann. Von dort oben sieht der Gipfelstürmer nach Norden hinunter in die Bucht "Caleta del Palo", ein halber Vulkankrater, denn die nördliche Flanke ist ins Meer abgebrochen. Vom Montaña de la Caldera hat der Besucher nicht nur einen grandiosen Ausblick auf Lanzarote sondern auch auf den Spot "Los Toscones", der im Jargon auch "Lobos outside" bezeichnet wird.
Zu verdanken ist dieser sensationelle, über hunderte Meter rechtslaufende Break einem Riff und dem Nordost Passat. Der Passat strömt durch die Düse Lanzarote – Isla de Lobos, wird dadurch beschleunigt und baut, so er heftig und über einige Tage hindurch pfeift, diesen Traum Break auf. Das ist vornehmlich in der Starkwindzeit Juli und August der Fall. Der Nordost Passat ist auch der Motor des Kanarenstroms, der aus dem Azorenstrom hervorgeht, durch die Meerenge "La Bocaina" in welcher der Spot liegt strömt und je nach Saison irgendwo vor den Kapverden nach Kuba und Mexiko "abbiegt". Hat also zur Folge je höher die Wellen desto heftiger die Strömung und die kann ordentlich sein. Das Riff ist Teil des Vulkansockels und weisst bei Normalnull lediglich 5 m Wassertiefe auf! Heisst bei Ebbe und einem satten Wellental ist das scharfe Lavariff zum Greifen nahe. Das stellt eine besonderer Gefahrenquelle dar. Generell ist der Spot nur für Pros, das sagt schon sein Name "Los Toscones", "Die Klotzigen" oder auch "Die Grobschlachtigen". Anfänger sollte sich ihrer eigenen Gesundheit zu Liebe schon nicht in den Spot wagen. Gefahren lauern nicht nur vom Riff sondern auch von Adrenalin geladenen Surfern, extra für die Welle angereist, oft Wochen auf den Tag gewartet und dann "versaut" ein Gringo die Wellen. Das kann zu Handgreiflichkeiten führen. Da verstehen echte Surfer keinen Spass.
Der Einstieg ist nicht ganz ohne. Zuerst muss einmal mit der Fähre nach Lobos übergesetzt werden. Auch für Residente nicht gerade preiswert. Mit dem Longboard kann je nach Laune des Mannschaft auch noch eine separates Fahrrad Ticket fällig werden. Bei Shortboards gibt es keine Probleme. Dann sind noch 20 min. zu Fuss Richtung Montaña de la Caldera zu marschieren und dort, wenn der Swell so richtig massiv ist, recht heikel einzusteigen. Alleine diese lange Anreise halten Surffreaks schon nervlich kaum aus, wenn sich über WhatsApp die ersten Meldungen über "epic conditions" verbreiten, "days we kill for". Dann wird das letzte Geld zusammen gekratzt, um mit dem Wassertaxi aus Corralejo zum Spot zu fahren. Die Preise schwanken je nachdem wieviel gerade los ist. Ist kein Ansturm auf die Welle, wird ziemlich exakt der Fährpreis verrechnet, wenn sich 4 Surfer finden. Zurück kann dann gemütlich die Fähre genommen werden. Die letzte legt um 17:00 Uhr ab. Das Rückfahrtticket muss aber in Corralejo gekauft werden. Auf Lobos gibt es keinen Ticketverkauf. Eine Alternative ist auch die Aloha Surf Academy in Corralejo. Sie organisiert "Surf Safaries" mit dem Segelboot zum Break.
Die Karte zeigt die Lage des Spots, der auf der Position N 28° 45' 02,5" | W 013° 50' 17,6" zu finden ist.
Der Spot El Marrajo liegt an der Westküste der Isla de Lobos. Analog zum Spot "Los Toscones", der im Jargon "Lobos outside" genannt wird, wird "El Marrajo" "Lobos inside" genannt. Der Spot liegt direkt vor den aufgelassenen Salinen der Isla de Lobos oberhalb der traumhaften Badebucht Playa de la Caleta. Die Karte zeigt die Lage des Spots, der auf der Position N 28° 44' 42,6" | W 013° 50' 05,9" zu finden ist. Der Break entsteht auf einem kleinen Riff, dass sich ca. 300 m vor der Küste aufbaut und rund 200 m breit ist. Genauso wie Lobos outside ist es bei Normalnull nur 5 m tief, heisst bei Ebbe und ordentlich Swell kann der Surfer handfest Bekanntschaft mit dem Riff machen. Generell ist der Swell jedoch gutmütiger und auch von Intermediates gut zu packen. Zu seiner Entstehung gilt jenes beim Spot "Los Toscones" gesagte. Der Einstieg in den Spot ist einfach. Von der Fährmole wird 10 Minuten über gute Piste zur alten Saline spaziert. Dort zweigt eine alte Piste zur Küste ab. Die 5 Minuten hinunter und in den Spot einsteigen. Dann heisst es rund 300 bis 400 Meter hinaus paddeln. Wer Kräfte sparen will, steigt einige 100 m nördlich oberhalb des Spots, also weit hinter dem Lineup, ein. Durch die starke Strömung hat der Paddler mit ordentlich Versatzt zu rechnen. Wird clever oberhalb eingestiegen, muss nicht gegen den Strom angehalten werden. In einer Parabel geht es dann westwärts energieschonend zum Spot.
Einige der Surfer würden sich wohl zweimal überlegen in den Spot einzusteigen, wüssten sie, dass dieser Ort "El Marrajo" und nicht "Lobos inside" heisst. Wer des Spanischen nicht mächtig wird sich auch noch keine weiteren Gedanken machen, so er nicht im Wörterbuch nachschlägt: "El Marrajo", "Der Makrelenhai" im Volksmund wegen seines weissen Bauchs auch "Weisser Hai" genannt. Und in der Tat ziehen durch die Landenge von Lanzarote und der Isla de Lobos, der "La Bocaina", Energie schonend mit dem Kanarenstrom jedes Jahr tausende Pottwale, Delphine, Schwertwale bis hin zu Weissen Haien. Die Weissen Haie sind zu ihren Laichgründen nach Südafrika unterwegs. Es sind ausschliesslich männliche Exemplare, also kleinere, gross werden die weiblichen Makrelenhaie. Diese wandern nicht, sind Standfische und leben fix in Südafrika. Eine kluge Erfindung der Natur, denn so wird der Bestand vermischt und Inzucht verhindert. Die Weissen Haie verlassen also vor den Kapverden, bis zu welchen die letzten Ausläufer des Kanarenstroms reichen können, diesen und ziehen die Küste entlang nach Südafrika. Wale und Delphine bleiben im Kanarenstrom, der Teneriffa passiert, Kuba erreicht und dann auf Mexiko trifft. So nehmen Wale die klassische Ostquerung des Atlantiks, die auch heute noch Brennstoffschonend von den grossen Schiffen befahren wird. Haiangriffe auf Surfer sind nicht bekannt. Auch gab es noch nie einen Vorfall beim jährlichen Schwimmwettbewerb "Traversía Internacional de La Bocaina", bei dem rund 150 Athleten die La Bocaina durchschwimmen.
Siehe auch das zur Fähre und dem Wassertaxi gesagte bei "Los Toscones". Alternativ kann auch mit der Surfschule Aloha Surf Academy in Corralejo eine "Surfsafari" zum Spot gemacht werden.
El Charco de Bristol liegt direkt an der Seewasser Aufbereitungsanlage in Corralejo, die zum GEA-Fonds gehört, in dem TUII investiert ist (s. DIVAG GEA-Fonds). Das Werk beliefert rund 100 Tourismusbetriebe, das Wasser für die Stadtbevölkerung kommt von CAAF aus Puerto del Rosario. An diesem für den Tourismus wichtigen Ort bricht eine ordentliche Riff Welle, die bei den Residente von Corralejo sehr beliebt ist. Klassische Betriebe bis hin zum Handel schliessen nach wie vor traditionell zur Siesta zwischen 13:30 und 17:00 Uhr. Da bleibt ordentlich Zeit für eine Surfsession. El Charco de Bristol liegt gleich gegenüber des nicht touristischen Wohnbezirks von Corralejo, in dem viele Büros und Geschäfte liegen. Der Surffreak kann um 13:30 sein Brett unter den Arm klemmen und ist zu Fuss in 5 bis 15 Minuten am Spot. Beliebt ist der Spot auch bei digitalen Nomaden, die in einem der Coworking Spaces in Corralejo einen Desk haben.
Das Lineup am El Charco de Bristol ist sehr prägnant und von der Küste gut auszumachen. Jene, die Kondition bolzen wollen, steigen am kleinen Strand in der Bucht ein und paddeln dann einige hundert Meter dem Lineup entgegen. Das verschiebt sich täglich je nach Tidenstand und wandert bei steigendem Wasser aufs Meer hinaus. Wer lieber über Klippen balanciert kann direkt vom Paseo, der vom Fährhafen hinüber führt, erst über ein sandiges Stück und dann über massive Klippen in den Spot einsteigen. Welchen Einstieg man sich aussucht ist Geschmackssache. An Tagen mit heftiger Brandung kann das aber am östlichen Kap, das die Bucht abschliesst, kaum noch möglich sein.
Die Schwierigkeit des Spots El Charco de Bristol verbirgt sich in seinem Namen. "El Charco", die Pütze, die Lache. Der Break läuft über ein flaches Riff mit wenig Wassertiefe. Der Take off verschiebt sich wie oben beschrieben mit den Tiden. Die Annahme bei Flut sei die Wassertiefe am grössten ist durch die Topografie der Riffs und den sich bei Flut verschiebenden Break ein Fehlschluss. Wer die Gefahr nicht eingehen will sich ordentliche Schrammen abzuholen, sollte sich vor Ort von einem Local die Bedingungen im Detail erklären lassen. El Charco de Bristol wird bei Extranjeros auch gerne "Shooting Gallery" genannt, da der Break kontinuierlich eine Welle nach der anderen "feuert".
Nicht nur Wellenreiter auch viele junge Bodyboarder sind im Lineup zu finden. Bodyboarding ist bei der Jugend auf Fuerteventura sehr beliebt. Einige grössere Hoffnungen des Sports wachsen derzeit auf der Insel heran. Sie können besonders gut am "La Puntilla" Break vor El Cotillo beobachtet werden, wenn der Spot in den Wintermonaten heftig anschwillt.
Der Playa del Dormiderio ist ein Bilderbuchstrand mit feinstem, goldgelben Sand und traumhaft schönem kristallklaren Wasser, das die Sonne besonders am frühen Nachmittag intensiv türkis aufleuchten lässt. Nur wenige Bade- und Sonnengäste besuchen den Strand. Sie besiedeln lieber die Strände um die beiden Ríu Hotels. Die 2,5 Km über den wunderbaren sandigen Küstenabschnitt zum Playa del Dormiderio sind ihnen zu weit. So ist der Strand auch für all jene interessant, die "nur" ganz in Ruhe und entspannt in der Sonne liegen und baden wollen.
Neben den Sonnentouristen wird am Playa del Dormiderio auf Wellenreiter und SUPer getroffen. Baut sich der Swell an der Westküste weit draussen am Atlantik auf und läuft dann auf Fuerteventura zu, entsteht jener an der Ostküste durch den Nordost Passat. Die Regel ist ganz einfach: Je länger und intensiver der Nordost Passat fegt, desto besser werden die Surfbedingungen an den östlichen Spots für Wellenreiter oder SUPer. In Zeiten, in denen der Nordost Passat abflaut, also im Herbst, trifft der Wellenreiter selten auf surfbare Wellen, dafür fühlt sich der SUPer, der keine Wellen im Auge hat dann am Spot wohl. Der Spot stellt niemanden vor besondere Herausforderungen. Er eignet sich für Anfänger, die sich das Surfen selber beibringen genauso wie für Intermediates, wenn der Nordost Passat ordentliche Arbeit geleistet hat. Am schönsten bricht die Welle bei high tide. Dann bildet sich ein schöner, sanfter Barrel.
Der Playa del Moro ist ein kleiner schöner Sandstrand mit symmetrisch geschwungener Bucht, in der kristallklares türkisfarbenes Wasser verlockend glitzert. In der Bucht bricht ein sehr softer Beachbreak, oft aber auch nur als Weisswasser. Gute Bedingungen für Anfänger und daher wird der Spot von Surfschulen geradezu besetzt. In der Hauptsaison herrscht schon einmal totales Chaos im Wasser und die Surfer wirken mehr wie eine eng gedrängte Robbenkolonie. Ob man da noch was lernt, fraglich. Geduldiges warten bis man dran ist auf jeden Fall. Über den Strand wachen in der Saison Lifeguards.
Den Playa del Moro lieben Surfschulen auch wegen der guten Erreichbarkeit, führt doch die Küstenstrasse FV-1a (bis vor kurzem noch FV-1) an ihm vorbei. Was den Strand etwas entwertet, ist für die Schulen optimal. Vorfahren und nach 50 m ist der Surfschüler am Beach. Als die Provinzregierung den Bau der Inselautobahn beschloss wurde auch festgelegt, dass die alte FV-1, die nun als FV-1a geführt wird, abgerissen werden muss. Sie führt nämlich durch das Naturschutzgebiet El Jable, das grösste Wanderdünengebiet Europas und behindert den Sanddrift. Das hat in den letzten 20 Jahren das Dünengebiet um 3 Km2 auf 19 km2 Grösse schrumpfen lassen. Intensive Proteste des Tourismus samt des Cabildos von Fuerteventura konnten die Schliessung der FV-1a Ende 2018 verhindern. Für die Natur ist es jedenfallss nicht gut. Das Dünengebiert wird weiter schrumpfen.
Ein gewichtiges Wort die FV-1a offen zu halten, wird wohl auch die Familie Ríu mitgeredet haben, die die beiden Betonklötze in El Jable betreibt. Ríu eine der reichsten Familien Spaniens, geschäftlich verflochten mit TUI oder besser bedeutender Anteilseigner der TUI AG. Beide besitzen als "GEA Fonds" umfangreiches Bauland um Corralejo, betreiben mit dem GEA Fonds die Osmose Anlage zur Trinkwasser Gewinnung in Corralejo, die fast alle Hotels in und um Corralejo mit Süsswasser beliefert und jedes Jahr einen satten Gewinn einfährt. Die Ríu Gruppe konnten auch 2017 erwirken, dass beide Hotels, die im Naturschutzgebiet El Jable stehen, nicht wie geplant abgerissen werden mussten, sondern eine Ausnahmegenehmigung über 70 Jahre (!) zur Fortführung erhielten. Alles weiter kann man sich im Kopf zuammen denken.
Der Playa Blanca ist der zweite Stadtstrand von Puerto del Rosario. Die Hauptstadt gibt sich alle Mühe attraktiver zu werden und wer sie vor fünf Jahren kannte muss sagen, das macht sie recht gut. Der Playa de los Pozos ist zu einem richtig schönen Stadtstrand geworden und auch beim Playa Blanca legt man sich ins Zeug. Lifeguards mit Jetski, Duschen, selbst gratis W-Lan gibt es. Zugegeben, die Lage ist nicht die tollste so unter der Autobahn, aber die hört man nicht, denn Schall steigt nach oben.
Der Strand Playa Blanca ist einige hundert Meter lang, aus feinem Sand und tadellos gepflegt. Vor ihm brechen unzählige Wellen. Wie überall an der Ostküste sind es Wellen, die der Nordost Passat erzeugt, wenn er über das Wasser streift. Und damit etwas surfbares dabei herauskommt, muss er ordentlich blasen und das tagelang. Kein Problem in der Starkwindzeit im Sommer. Dann laufen am Spot gut surfbare, einfache Wellen. Ideal für Anfänger und wenn in der Sommersaison der heftige Passat den Swell um El Cotillo zerstört, fahren die Surfschulen gerne zum Playa Blanca hinüber. Ausser Surfschulen verirren sich an den Spot nur Locals aus der Puerto del Rosario. Der Playa Blanca kann mit dem Bus oder sogar zu Fuss über den Paseo aus der Stadt schnell erreicht werden. Wellen laufen entlang des ganzen Strandes. Die besten Verhältnisse bieten sich am nördlichen Teil des Strandes. Es muss nur danach Ausschau gehalten werden wo Surfer Vans stehen, dort ist das Lineup zu finden.
Unter Surfern besitzt der Playa Blanca keinen grossen Stellenwert. Zu gross sind die Alternativen die sich bieten. Der Spot sollte aber nicht unterschätzt werden, hat er doch einige unschlagbare Vorteile. Z.B. für den Surfanfänger, der sich das Surfen selber beibringen möchte. Die Bedingungen sind einfach und sicher und Lifeguards haben eine Auge auf ihn. Auch SUP Begeisterte sollten sich den Playa Blanca als Spot merken. Dort kann der SUPer seine Karriere an einem soften Beachbreak fernab eines Riffs starten. Und auch Bodyboarder werden am Playa Blanca ihren Spass haben. Der Break bietet Platz genug für alle.
Am "Bufadero de María Hernández" liegt der zweite westliche Surfspot von Corralejo aus. Vom Spot El Charco de Bristol sind es lediglich 2 Km, weshalb der Spot auch bei Surfern aus Corralejo, die kein Auto haben, beliebt ist. Irgendwie kommt man immer hin, per Autostopp, zu Fuss oder mit dem Mountainbike und Surfhalterung geht es auch ganz flott. Wer z.B. aus El Cotillo kommt, kann sogar den Bus nehmen, denn am El Charco de Bristol ist die Endstation des Bus No. 8 aus El Cotillo.
Der Spot ist zwar von der Piste nicht einsehbar, da ein Lavawall an der Küste die Sicht versperrt, aber er ist nicht zu verfehlen. Vor dem Spot stehen bei surfbaren Verhältnissen immer Autos bzw. ist der "Parkplatz" davor tief verspurt. Schlick, der bei Regen aus dem Landesinneren angeschwemmt wird und dann eine klebrige Masse bildet, die trocken steinhart wird, übersät mit Reifenspuren.
Der Spot ist ein Riff Break geformt von einem Lavariff. Das Riff wurde von einem "bufador" gebildet, eine junge Erdspalte aus der erst Lava trat und sich dann nicht verschloss, da weiter heisse Gase austraten. Dem "bufador" ist es zu verdanken, das am Spot ein Lefthander und ein Righthander bricht. Bei richtigen Bedingungen sind lange Ritte möglich. Der Spot läuft sogar noch, wenn es gegen Ebbe geht. Beliebt ist er bei Intermediates wobei er in der Winterzeit zu beängstigender Energie anschwillt. Dann finden sich nur noch die Draufgänger im Lineup.
Bei massiven Swell ist der Einstieg nicht sehr angenehm. Er geht über scharfe unebene Blocklava auf die immer wieder die eine oder andere Welle bricht. Gegenüber des Spots ist der Playa Blanca von Lanzarote in rund 10 Km Entfernung zu sehen und linker Hand der Leuchtturm Faro de Pechiguera. Er bildet zusammen mit dem Leuchtturm Faro Martiño auf der Isla de Lobos und dem Leuchtturm Faro de Tostón bei El Cotillo ein Navigations-Dreicke, das den Schiffen die sichere Fahrt durch die Meerenge "La Bocaina" zwischen Lanzarote und Fuerteventura erleichtern soll.
Position: N 28° 45' 19,9" | W 013° 53' 12,3"
Der Punta Lala im Westen und der Punta Tinosa im Osten bilden eine rund 500 m x 250 m grosse Bucht. An den Spitzen der Bucht brechen zwei Wellen an einem Riff. Beide Spots sind fest in den Händen der Locals und das auch nicht ohne Grund, denn beide Breaks, die nahe nebeneinander liegen, haben es in sich.
Das westliche Kap Punta Lala heisst tatsächlich offiziell kartographisch so. "lala" die Abkürzung von "lalación", was wie im Deutschen lallen heisst. An ihm liegt ein wild zusammen gezimmertes Fischerhaus. Der Kern ein Steinhaus, rund herum mit Holzzubauten und umzäunter "Garten", denn dort richten sich die Locals am Wochenende ein bzw. jene, die in die Surfcommunity des "Hausnutzers" aufgenommen wurden. Generell ist der Spot nur etwas für Könner. In den Wintermonaten wächst er zu Angst einflössender Grösse an. Dann rücken die echten Big Wave Surfer an, von denen sich eine Handvoll in El Cotillo niedergelassen hat. Am Beach stehen dann die "normalen Surfer" und schauen dem Treiben zu. Ausgerückt wird meist mit den klassischen "Guns" der alten Tage, denn nur so sind die grossen Brecher aus eigener Kraft zu nehmen.
Wenige hundert Meter weiter östlich des Punta Lala Breaks bricht auf einem Riff vor dem Punta Tinosa eine schöne Welle. Sie wird nicht so mächtig wie jene am Punta Lala, doch birgt sie durch das flache, scharfe Lavariff einige Gefahr in sich. Wer hier abgeworfen wird, hat danach einige Schrammen. Das brachte dem Break auch den Spitznamen "suicidos" ein. Der Spot ist ähnlich angelegt wie jener berüchtigte Spot bei Las Palmas de Gran Canaria am Playa de El Confital. Doch dort ist die Welle noch mächtiger weshalb es der Spot für chicos mit "cojones" ist, wie man in Las Palmas sagt. Doch auch der Punta Tinosa sollte nicht unterschätzt werden. Wer ihn erfolgreich surfen will sollte "tinosa" sein, "geschickt" eben.
Position: N 28° 45' 07,7" | W 013° 53' 55,1"
Die grosse Bucht von Majanicho mit innerem und äusserem Riff Break ist bei allen Surfern äusserst beliebt, brechen doch softe und lang laufende Riff Wellen am Spot. Spass macht das alles aber erst richtig bei Flut, denn die Bucht ist extrem flach und bei Ebbe bietet sich ein trostloser Anblick. Fischerboote liegen auf Grund, kein Wasser weit und breit kaum vorstellbar, dass die Tide in wenigen Stunden die Bucht mit Leben erfüllen wird. Immerhin werden auf Fuerteventura, je nachdem wie Mond und Sonne stehen, Tiedenhübe von gut 3 Meter erzielt. Das macht eine Bucht wie Majanicho randvoll.
Der innere Riff Break der Majanicho Bucht ist ein gutmütiger, sanfter Break. Er hat es den SUPern angetan. Dazu mischen sich Wellenreiter. Der Einstieg in den Break ist super easy. Die SUPer parken in der Regel irgendwo am Beach und gehen dann mit dem schweren Board ins Wasser. Bis zum Break ist es nicht weit. Die Surfer fahren meist am nördlichen Bereich in der Mitte der Bucht holprig aber gut machbar an die Wasserlinie und gehen dann bequem ins Wasser und sind sofort im Lineup.
Der ausserhalb der Bucht liegende Riff Break produziert ebenfalls eine weiche und langlaufende Welle, die in Wintermonaten zu einem energiegeladenen massiven Swell anwachsen kann. Was vom Beach von Majanicho noch in der Euphorie des Gesichteten easy und machbar ausschaut, wächst beim Anpaddeln zu Dimensionen an, bei denen sich auch Intermediates nicht mehr ganz wohl fühlen. Das äussere Riff von Majanicho ist in der Wellensaison nur noch etwas für Pros.
Passt Welle und Wind, dann rücken am Spot auch die Windsurfer und Kitesurfer an, die sich dem Brandungssurfen verschrieben haben. Sie finden am Spot eine perfekte Location, um mit den langlaufenden Wellen zu spielen. Vor allem die Pros schätzen in der Wintersaison, wenn es so richtig zur Sache geht, diesen Break der für Adrenalin Ladungen gut ist.
Um die Bucht Caleta del Hierro brechen zwei Riff Wellen. Westlich eine rechtslaufende Welle, östlich eine linkslaufende. Beide haben ordentlich Power und können in der Wintersaison zu einigen Metern anwachsen. An guten Tagen laufen die Wellen sehr lang und ein Adrenalin geladener Ritt ist dem Könner sicher. Für Anfänger sind die Riffs um die Caleta del Hierro nichts.
Da der Spot das ganze Jahr hindurch immer eine surfbare Welle erzeugt, bei der richtigen Wetterlage auch spektakuläre, ist der Spot überaus beliebt. Nicht nur bei Surfern. Es gibt Tage da scheinen sich alle Wellenbegeisterten am Spot zu treffen, die einwenig schräg drauf sind. So werden Briten mit "Surfkajaks" gesichtet, spezielle Konstruktionen aus UK, Bodyboarder, Wellenreiter und natürlich Schaulustige. Ein wildes Gemisch. Als es vor dem Tourismusboom auf der Insel noch locker zuging, das Cabildo so ziemlich bei allem wegsah, was nicht gemein gefährlich war, fuhr in der Saison sogar eine Imbissbude vor, die sich auf den Strand stellte und kaltes Bier und Bocadillos de Lomo an Schaulustige oder Surfer verkaufte, die noch ganz aufgedreht den Surftag ausklingen liessen. Das hatte so einwenig etwas von einer halböffentlichen Surfparty. Viele denken wehmütig an diese Zeiten, die nur ein paar Jahre zurückliegen. Heute müssen neben der Piste Holzpoller eingerammt werden, damit der Strand nicht zugeparkt wird. Der Tourismusboom, der 2015 ansetzte und bis heute anhält, hat Fuerteventura verändert.
Der Playa Blanca am Northshore ist unter Surfern nur als Punta Blanca bekannt. Kartographisch heisst er zwar offiziell Playa Blanca, also ident wie der Playa Blanca bei Puerto del Rosario und so hat sich eingebürgert jenen in Puerto del Rosario als "Playa Blanca" zu bezeichnen und jenen am Northshore als "Punta Blanca", um sie auseinander zu halten. Von einem richtigen Strand kann man bei jenem am Northshore auch nicht sprechen. Ist jener in Puerto del Rosario hunderte Meter lang, handelt es sich am Northshore um gerade mal 50 m Sand. Der dient dazu bequem den angesagten Surfspot zu erreichen und der liegt eben an einem Kap, einem "Punta", weiter draussen.
Der Punta Blanca ist bei allen Surfschulen in El Cotillo der Standard Spot, der mit Intermediats angesteuert wird, die vom Weisswasser in die ersten grünen Wellen umsteigen. Der Riff Break ist besonders bei Flut ideal, um vom "Weisswasserrutscher" zum "echten" Surfer aufzusteigen. Der Righthander bricht extrem weich und lang und macht den Intermediate zum Surfsüchtigen. Aber auch Pros lieben den Spot, weil er einfach fast immer eine "geile" Welle produziert. So haben sich auch beim Spot einige Lebenskünstler mit Wohnmobilen u.ä. angesiedelt, die, solange sie die Gegend nicht verdrecken, geduldet werden. Werden es zuviele, wie z.B. auf Jandía bei Puerto de la Cruz, schreitet die Gemeinde ein und räumt den Platz.
Sind die Surfschulen vor Ort, vor allem bei Flut, wird es übervoll im Lineup. Freesurfern ist dann der Tag versaut. Die grossen Schulen, die schon mehr im Modus Massenabfertigung arbeiten, starten jedoch wie die Bahn pünktlich zu vormittags und nachmittags Kursen um 10:00 und 14:00 Uhr. Wer das Treiben am Spot beobachtet hat schnell die Zeiten raus, an denen der Spot nicht von Schulen besetzt wird. Auch bei Ebbe wird der Spot meist gemieden. Dann läuft zwar auch eine Welle aber eben nicht so schön und bei Niedrigwasser kann es schon mal schmerzhaft werden. Ausserhalb der Haupt-Urlaubssaison wird es aber auch am Playa Blanca aka Punta Blanca ruhiger.
Der Surfspot am Kap der Bucht Caleta Punta de la Aguda ist bei Locals von El Cotillo ein besonders beliebter Spot. Dort bricht eine lang laufender Lefthander auf einem Riff. Mit dem Auto sind es von El Cotillo kaum 10 Minuten, wer es sportlicher liebt und ein Mountainbike mit Surfhalterung bevorzugt, schafft es in 20 Minuten. Surfergerechte Bikes sind in El Cotillo am besten bei "Riders" zu leihen. Surfen als Lebenseinstellung – es muss nicht immer das Auto sein!
Der Spot ist nicht zu übersehen. Wird von der Asphaltstrasse vor dem Leuchtturm Faro de Tostón auf die Northshore Piste abgebogen, ist schon in der Weite ein Kap auszumachen, auf dem Vans stehen, so eine gute Welle läuft. Auf Höhe des Kaps kann das Auto neben der Piste abgestellt werden oder, so kein 4x4 oder kein Mountainbike, wird extrem ruppig und reifenzerstörend über Lavageröll zum Kap geholpert.
Am Kap kann problemlos ins Wasser gestiegen werden. Am besten geht es an der westlichen Flanke. Von da wird dann ins Lineup gepaddelt. Im Lineup muss sich der Surfer auf intensive Ost-West Strömung einstellen, denn durch die Meerenge "La Bocaina" zwischen Lanzarote und Fuerteventura zieht der Kanaren Strom. Gegen den ist anzuhalten. Draussen auf See wandern auch Wale, Delphine und Haie mit dem Strom. Gelegentlich werden auch sie von der Strömung abgetrieben und können am Kap des Leuchtturms beobachtet werden, wie sie vorbeiziehen. In die Bucht östlich des Leuchtturms dürfte sich wohl schon einmal ein Weisser Hai verirrt haben, denn sie trägt den Namen "Caleta del Marrajo", also die "Bucht des Makrelenhais bzw. Weissen Hais". Fürchten muss sich niemand. Haiangriffe auf Menschen sind auf den Kanaren nicht bekannt. Haie ziehen zu ihren Laichplätzen nach Südafrika, Wale und Delphine biegen nach Lateinamerika ab. Jedes Jahr wird übrigens die La Bocaina bei einem Schwimmwettbewerb durchschwommen. Auch da wurde noch kein Schwimmer von einem Hai verspeist.
Der Playa del Castillo in der Umgangssprache als Piedra Playa bezeichnet, ist der Hausstrand für Surfer in El Cotillo. Er ist auch zu Fuss mit dem Surfboard unter dem Arm in 10 Minuten zu erreichen. Liegen nördlich von El Cotillo in La Concha et al die Bade- und Sonnengäste am Beach, ist der Piedra Playa der Sportlerstrand. Damit sich die Wassersportler nicht in die Haare bekommen, wurde der Beach von Nord nach Süd in 4 Zonen geteilt: Schwimmer, Surfer, Kite- und Windsurfer, SUP. Darüber wachen zwei Lifeguards aus einer Hütte. Viel ist nicht zu tun und so haben sie sich um die Hütte auf der Klippe zwei kleine hübsche Kaktus / Wolfsmilch Gärten angelegt. Ausser pfeifen und Schwimmer aus dem Wasser zu winken, können sie auch defakato nicht viel tun, denn die Gemeinde stellt ihnen weder Zodiac noch Jetski. Wird ein Kitesurfer vom ablandigen Wind Richtung Lateinamerika getrieben, können sie nur den Notruf wie jeder andere auch wählen. Entlang des Playa del Castillo herrscht eine teils harte Südströmung, die im Lineup die Surfer massiv versetzt. Für Schwimmer wird sie am südlichen Ende des Playa del Castillo an der Klippe gefährlich, die den Strand vom Playa del Aljibe de la Cueva trennt. Dort staut sie sich und wird enorm verdichtet und beschleunigt.
Der Piedra Playa wird von den lokalen Surfschulen geliebt, bietet er doch in der Haupturlaubszeit stetiges Weisswasser, in dem der Surfnovize seine ersten Gehversuche machen kann. Das klappt aber nur bei Flut wirklich. Bei Ebbe knallen die Sets erbarmungslos kurz auf den Beach und es tut einem schon optisch weh, wenn man sieht wie Surflehrer ihre Schüler dort reinschicken. Eine Garantie für blauviolette Ganzkörper Andenken. Naht der Winter, werden die Wellenkämme immer höher. Sie bilden durchgängig Close-outs. Auch dann werden Schüler erbarmungslos in die Welle geschickt, obwohl sie offensichtlich unsurfbar ist. Im Winter laufen Wellen von hoher Energie und brachialer Gewalt meterhoch an den Strand. Meist unsurfbar. Schön anzusehende Close-outs.
Die Sandschicht am Piedra Playa varriert über die Jahre stark und verändert damit auch massiv den Break, der an der vorgelagerten Sandbank bricht. Aktuell ist die Sandschicht am Piedra Playa auf historischem Höchststand. Die starken Mondjahre in Zusammenhang mit der besonderen Sonnenkonstellationen haben 2017 und 2018 aussergewöhnlich starke Gezeiten verursacht, die massiv Sand an den Strand getragen haben. Der markante Lavafels am nördlichen Beach, an dem traditionell die Surfschulen ins Wasser gehen, liegt mittlerweile gänzlich unter Sand. Noch 2015 ragte er rund 2,5 Meter aus dem Sand. Das Weisswasser am Piedra Playa eignet sich auch ganz hervorragend für Bodyboard Einsteiger.
Nach den Surfern übernehmen südlich die Kite- und Windsurfer das Revier. Hauptsächlich jedoch Kitesurfer. Die haben es auf den Swell abgesehen und auf die grosse freie Spielwiese, die ihnen geboten wird. An Tagen, an denen man sich gegenüber an den Stränden von El Jable wundert, das nicht alle 10 Minuten zwei Kiter crashen, ist am Piedra Playa wenig los. Die Bedingungen sind auch schwieriger, bläst der Wind doch meist Sideshore ablandig. Wer da das Board nicht ordentlich aufkanten kann, findet sich bald weit draussen am Meer wieder. Kein Rescue weit und breit. Für Anfänger wäre auch der Swell am Playa del Castillo viel zu anspruchsvoll. Für Könner am Windsurf und Kitesurf Board ist die Ecke jedoch ein Traum sich auszutoben und mit der Welle zu spielen. Und wer mal so richtig bolzen will, kann bis zum Bajo de Augustino hinüber brettern, der einsame und schöne Wellen bereit hält.
Nach den Kite- und Windsurfern haben die SUPer ihr Revier. Einst eine theoretische Zone, werden es langsam mehr. Immer mehr begeistern sich für den Sport, sind im spiegelglatten Wasser und der leichten Welle sicher unterwegs, da reizt es ein neues Revier zu suchen, in der die Welle mehr Herausforderungen bietet. Platz gibt es in Hülle und Fülle. Das ist auch wichtig, denn nach einem misslungenen Ritt auf der Welle wird das massive SUP zu einem tödlichen Geschoss für all jene, die sich gerade ins Lineup aufmachen.
Nach den SUPern ist am Playa del Castillo aka Piedra Playa "Niemandsland". Ideal um einsam in der Sonne zu liegen, für Ballspiele oder was sonst noch am Programm steht. Der Playa del Castillo ist ein grossartiger Ort, über einen Kilometer lang, wunderschön, inspirierend. Jeder hat dort einen fantastischen Tag, egal ob mit dem Kite oder als Strandläufer.
Der Playa de la Áquila, der Strand des Seeadlers, ist in der Umgangssprache nur als "Playa Escalera", also als Treppenstrand, bekannt. Bei Nacht und Nebel wurde eine wilde Betontreppe an die Klippen gebaut, um den Traumstrand zu erreichen. Natürlich illegal, man plante etwas touristisch grossartiges. Wie meist auf Fuerteventura blieb es beim Reden, an die Idee erinnert nur die Treppe und das seit Jahrzehnten. Jedes Jahr in den Winterstürmen meinte man nun wäre es soweit, sie müsse nun einstürzen, so haarsträubend der Zustand. Aber nichts geschah. Und da der Strand und die Welle gar so schön sind, machte sich bisher jeder schnell über die Treppe mit der Zuversicht genau bei ihm würde sie wohl nicht einstürzen. Bisher traf das zu nur im Februar 2018 konnte die Gemeinde La Oliva nicht mehr wegsehen und sperrte die Treppe. Auch das half nichts und so baute sie einen grossen Zaun um die Treppe. Wer nicht halbwegs klettern kann, für den ist der Playa de la Áquila und seine Welle bis auf weiteres nicht erreichbar. Überhaupt birgt der Playa Escalera so einige Gefahren. An den Klippen sollte man nicht im Sand liegen, denn immer wieder fallen Lavabrocken aus den brüchigen Klippen auf den Strand. Aber auch Autos fallen von ihnen. So wollten 2017 in den frühen Morgenstunden wohl einige bereits in bester Stimmung befindliche Surfer eine Sonnenaufgangswelle reiten, vergassen Gang und Handbremse und so rauschte der Wagen, ohne Insassen, in hohem Bogen über die Klippe und schlug im Sand ein. Die Surfer machten sich aus dem Staub, ein grosser Kranwagen barg das Fahrzeug. Da Mietwagen, waren die Herrschaften, schnell ausgeforscht.
Die Beachbreaks zwischen El Cotillo und Tindaya laufen alle über flache Sandbänke. Daher empfiehlt sich der Break bei Flut. Windanfällig ist er ebenso. Auch zu Zeiten, als die Treppe noch intakt war, war am Beach nie viel los, das Lineup fast immer ausgestorben. Auch die Surfschulen aus El Cotillo kamen selten, da es für einen Bundesbürger nervlich kaum zu machen war, über die Treppe ein zweitesmal abzusteigen. Viele Surfschüler verweigerten, als sie die Treppe von unten sahen: Windschiefe konzeptlose Holztrammen, die Betonstufen abstützten.
Der Swell am Playa Escalera ist weich und schön und für Anfänger wie Intermediates geeignet. Wie an der ganzen Küste herrscht eine mehr oder wenig starke Südströmung. Gut geeignet ist der Break am Playa de la Áquila auch für Bodyboarder, die auf eigene Faust in den von einigen zu unrecht etwas als Touristenspass abgetanen Sport einsteigen wollen. Der Spot bietet soviel Platz und Möglichkeiten, dass man den Surfern im Lineup nicht in die Quere kommt. So überhaupt welche am Spot sind.
Wie es mit der Treppe weiter geht, steht in den Sternen. Der erfahrene Residente weiss, soetwas dauert auf der Insel Jahre noch dazu liegt die Zuständigkeit bei der Costa in Madrid und erschwerend kommt hinzu, dass es für diese Treppe nie eine Baugenehmigung gab, sie auch nicht einfach saniert werden kann. Schade, mit dem Rücken am Board durch die brüchigen nicht ungefährlichen Klippen oder wehmütig von oben zum Beach und die schöne Welle blicken. Wer eine prall gefüllte Geldtasche hat, könnte ein Zodiac mieten. Dann hat er einen Privatstrand mit privatem Lineup für sich und seine Buddies.
Der Playa Esquinzo ist ein traumhafter Strand und da er etwas versteckt liegt, wird er nur von Locals und Fuerte Freaks besucht. Er liegt an der Mündung des abenteuerlichen Barranco de Esquinzo, der sehr lohnend durchwandert werden kann. In der grossen, ausschweifenden Bucht brechen schöne, lange Beachbreaks. Die Klippen, die die Bucht umgeben rund 70 m hoch, bieten einen guten Windschutz, was bei steifem Nordost Passat den Swell halbwegs sauber hält. Dann ziehen sich auch gerne Sonnenanbeter in die vielen verwinkelten Ecken der feinsandigen Bucht zurück. Wenige Touristen werden in der Bucht angetroffen.
Noch Anfang der 2010er war der Spot am Playa Esquinzo ein absoluter Geheimtipp, der auch nicht breit getreten wurde. Vorwiegen surfende Lebenskünstler, die sich in El Cotillo durchschlugen, wurden am Beach getroffen. Wer in der Gastronomie sein Geld zusammen kratzte, kam schnell vor der Arbeit auf ein paar Wellen vorbei. Von El Cotillo ist der Spot in 10 Minuten zu erreicht. Jene, die gerade nicht arbeiteten, verbrachten den ganzen Tag am Beach. Dann kam die eine oder andere Surfschule und der Break wurde bekannter. Die Meisten unterrichteten illegal, aber zu der Zeit kontrollierte das niemand. Durch den Tourismusboom ist das vorbei und die "Costa" aus Madrid rückt an und es kann unglaublich aber wahr plötzlich ein Beamter nach Lizenzen fragen. Da so gut wie keine Surfschule eine gültige Lizenz für Esquinzo besitzt, ist es wieder leerer geworden. Auch greifen diese als "letzte Rettung" auf den Spot zurück, denn es geht über einen Pfad durch die Klippen zum Strand hinunter und vor dem hat ein Grossteil der Städter Angst. Nicht zu vernachlässigen ist auch der "Localisem". In Esquinzo finden sich regelmässig hartgesottene Bigwave Surfer ein, die seit vielen Jahren in der Gegend ein Business betreiben. Wenn die in der Mittagspause auf ein paar Rides vorbeikommen, sollte kein Anfänger im Lineup den rücksichtslosen Störenfried geben. Richtig interessant ist der Spot übrigens nur bei Flut, da die Sandbank welche die Welle bricht, sehr seicht ist. Bei Ebbe herrscht Weisswasser für Einsteiger.
Wer wilde Strände mit Klippen und feinem Sand liebt, Einsamkeit schätzt, der ist am Playa del viejo Rey genau richtig. Ein Pracht Strand ist der "Strand des alten Königs". Warum er so heisst ist nicht überliefert. Die meisten sprechen vom Playa de La Pared, doch das ist jener nördlich am Felsentor Punta de Guadalupe. Leider verdirbt das heruntergekommene La Pared, errichtet von einem schwäbischen Unternehmer, das Landschaftsbild. Sich dort anlässlich eines Surfurlaubs einzuquartieren ist nicht ratsam. Überdies wird nach den Surf Sessions in "trostlosem Nichts" gesessen. Sandkörner zählen oder andere spannende Aktivitäten sind dann angesagt.
Ein toller Surfspot ist der Playa del viejo Rey nicht unbedingt. Trotzdem ist der Spot immer wieder belebt, da sich in La Pared drei Surfschulen angesiedelt haben. Aus der Not heraus wird eben am Playa del viejo Rey unterrichtet, denn was sich sonst noch anbieten würde ist weit weg, wie der Punta Salinas oder Cofete und an beiden Spots kann kein Anfänger ins Wasser geschickt werden. Am Spot bricht das ganze Jahr ein Beach Break und wie in Cofete gibt es kaum einmal einen Tag an dem keine Welle läuft. Wie der Playa del Castillo aka Piedra Playa bei El Cotillo kämpft auch der Spot in La Pared mit Close-outs und den starken Passatwinden, welche die Wellenkämme zerblasen.
Aus all den Gründen wird der Playa del viejo Rey kaum aktiv von Surfern, ausser den Surfschulen, angesteuert. Es gibt unzählige bessere Alternativen. Heisst ist keine Schule im Wasser hat man den Spot meist für sich alleine. Wer seine Wassersport Karriere mit dem Bodyboard startet kann das Weisswasser nutzen, um zu üben. Wer bereits in die Welle hineinfährt, findet mit dem Bodyboard keine guten Bedingungen in La Pared vor. Könner des Bodyboards sollte sich eher die "La Puntilla" Welle am Bajo Augustino bei El Cotillo ansehen.
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